Fachärztin für Haut- & Geschlechtskrankheiten

Tätowierer sticht Tattoos auf Unterarm

Tattoos – Was muss ich beachten?

Jedenfalls sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Tätowierung (Tattoos) eine langfristige Entscheidung ist. Geschmack und Lebensstil können sich im Lauf des Lebens komplett ändern, vielen Menschen gefällt mit 60 nicht mehr, was ihnen mit 20 gefallen hat, abgesehen davon, dass sich auch der Körper mit den Jahren verändert.


Bedenken sollte man auch, ob es durch das Tattoo im Job oder auf Reisen Einschränkungen geben kann. Im Zweifel kann man eine Körperstelle wählen, die gut verdeckt werden kann.

Aus hautärztlicher Sicht ist wichtig, dass nicht über Muttermale tätowiert wird, denn dann können diese nicht mehr gut beurteilt werden. Auch neu aufgetretene Hautveränderungen die durch Farbpigmente verdeckt werden sind schwierig einzuordnen. Die Selbstkontrolle ist hier besonders wichtig, da manchmal nur eine Veränderung des Tattoos auffällt.

Wenn die Tattoos nicht mehr gefallen, gibt es zwei Möglichkeiten: Das Überstechen mit einem anderen Motiv oder der Versuch der Entfernung. Tattoos mit Laser zu entfernen ist teuer und schmerzhaft und gelingt meist nicht komplett.

Wie komme ich zu einem qualitätsgesicherten Tätowierer?

Wichtig ist, sich für die Entscheidung Zeit zu nehmen. Wahrscheinlich gibt es im Freundeskreis jemanden, der gerne seine persönlichen Erfahrungen teilt. Über gute Tätowierer wird viel geschrieben. Viele Informationen bekommt man auch bei Tattoo Conventions, das sind die Fachmessen der Tätowierer und Piercer.

In Österreich muss man einen Lehrgang inkl. Befähigungsprüfung absolvieren und man braucht einen Gewerbeschein für Kosmetik. Wenn die Zertifikate nicht im Studio aushängen, kann man danach fragen. Auch die Farben müssen ein EU-Zertifikat aufweisen und das Anbruchdatum sollte vermerkt sein.

Eine Tätowierung kann man mit einer kosmetischen Operation vergleichen und so sollte es im Studio auch aussehen wie in einem OP: steril und sauber. Es werden Desinfektionsmittel, sterile Handschuhe, sterile Abdecktücher, etc. verwendet. Über mögliche Risiken muss es ein Aufklärungsgespräch geben, das schriftlich in der Einverständniserklärung dokumentiert wird. Zwischen 16 und 18 Jahren muss diese auch vom Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Unter 16 Jahren ist das Tätowieren verboten.

Natürlich hat auch hier Qualität ihren Preis.

Was kann schieflaufen?

Beim Tätowieren wird durch kleine Verletzungen Farbe in die Haut eingebracht. 

Einerseits ist es möglich, dass das Tattoo nicht aussieht, wie man es sich erwartet. Z.B. weil die Farbe zu tief eingebracht wurde und die Linien zu dick sind oder verschwimmen, die Farbtöne nicht gefallen, oder das Motiv nicht zu den Proportionen des Körpers passt.

Andererseits bestehen auch medizinische Risiken: Durch die Wunden können Viren, Bakterien und Pilze in die Haut eindringen und sich dort ausbreiten. Infektionen können sowohl beim Tätowieren selbst, als auch während der Heilungsphase entstehen.

Außerdem kann es sein, dass der Körper auf die Farbpigmente reagiert. Das kann einerseits eine allergische Reaktion sein, also eine überschießende Reaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Substanzen. Es kann sich aber auch um eine Reaktion auf in der Farbe vorhandene schädliche bzw. giftige Substanzen handeln.

Wann werden Tattoos gefährlich?

Der Körper reagiert auf die kleinen Verletzungen und die Farbe mit einer Entzündung. Wenn sich die Rötung und Schwellung nach 2-3 Tagen nicht zurückbildet, sondern zunimmt, ist das ein Zeichen für eine Infektion, die medikamentös behandelt werden muss. Auch Fieber, Schüttelfrost, oder Krankheitsgefühl können im Zusammenhang mit der Tätowierung stehen und müssen zügig abgeklärt werden.

Ebenso besteht Handlungsbedarf, wenn sich im Bereich der Tätowierung oder der unmittelbaren Umgebung Bläschen bilden oder heftiger Juckreiz besteht. Wenn die Reaktion trotz Therapie anhält, kann manchmal die operative Entfernung des Tattoos notwendig sein.

Dr. Bolhar-Nordenkampf

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